Geballter Faust, geballte Stimmung

„Passt wie der Faust aufs Auge!“ Das mochte man denken, als im Landestheater Vorarlberg zu Polkaklängen eine Bierzeltstimmung mit Mitklatschen und Mitschunkeln heraufbeschworen wurde. Und als der Saal angehalten war, zusammen im Chor den Satz zu vervollständigen: „Hier bin ich Mensch, hier …!“ – mit unterschiedlichen Lösungen.

Faust, ein Mitmachtheater? Zumindest in dieser Inszenierung von Max Merker. Dieser ist den Schüler/innen der 5cA, die am 21. Mai 2025 zusammen mit Prof. Burghard Zlimnig das Goethe-Stück, selbstredend nach vorheriger Lektüre, besuchten, kein Unbekannter: Sahen wir doch schon im Vorjahr seinen „Kafka in Farbe“. 

Nun, diesmal also ein temporeicher Faust mit lediglich drei Schauspieler/innen, mannhohen Hunden, mit Technosound, viel Gebell, viel Rauch und großartigen Bühnenbildern. Goethe würde sich ins Fäustchen lachen bei all dem Gewirr und den vielen Faust-Zitaten, die teils verdreht wurden, teils aus falschem Munde kamen. Und dennoch wusste das Stück auch zu berühren und hatte ergreifende Momente, vor allem im letzten Drittel. Und so wurden am Ende die Mimen gleich neun Mal zurück auf die Bühne applaudiert.

Übrigens: Das vollständige Zitat heißt: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ (BZ)

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