Monster, Matsch und Metapoesie – 2bA im Kunsthaus Bregenz

Am 20. Mai 2025 verwandelte sich die 2bA der Kulturakademie in eine mutige Expeditionstruppe ins Unbekannte: Die 25 neugierigen Schüler:innen begaben sich mit Kulturlehrerin Roswitha Winsauer ins Kunsthaus Bregenz zur Ausstellung der international gefeierten Künstlerin Precious Okoyomon – und was war der erste Eindruck? Es war wild, weich und wundersam.

Schon im Erdgeschoss wurde klar: Hier geht’s nicht nur um Anschauen – hier wird mitgemacht, mitgedacht und mitgefühlt. Riesige Teddybären, matschige Erde, Plüschtiere und poetische Textfragmente luden zum Erleben ein. Kunst zum Anfassen, Reinlegen, Reinfühlen – manchmal sogar zum Reinträumen.

Von Plüschtieren zur Psychoanalyse

Ein überdimensionaler Teddybär diente als Chill-Area deluxe: Einige Schüler:innen nutzten die Gelegenheit für eine kurze Kunstmeditation im Liegen – andere stürzten sich mutig in die „Einzeltherapie“ oder malten gleich selbst Monster der Vergangenheit. Die Begegnung mit der eigenen Schattenseite wurde zur kreativen Mutprobe. C. G. Jung lässt grüßen – die Künstlerin bezieht sich bewusst auf seine Existenzanalyse, in der das Unbewusste nicht Feind, sondern Teil des Selbst ist.

3. Stock: Schmetterlinge, Sterben und Sternenflug

Im obersten Geschoss dann ein starker Kontrast: Der Schmetterlingsgarten – abgeschlossen, mit ausländischen Schmetterlingen, die übrigens nur mit dem Bauch hören und den Füßen riechen können– als stille Mahnung. „Schau dir die Erde an, bevor sie stirbt.“ Diese Botschaft steht im Raum wie ein Warnschild aus Poesie. Parallel dazu fliegt die Künstlerin in einem begleitenden Film durch den Himmel und rezitiert Gedichte – schwerelos, aber nicht sorglos. Zwischen den flatternden Flügeln und schwebenden Worten entsteht ein Raum für Nachdenken über Klimazerstörung, Endlichkeit – und vielleicht auch Hoffnung.

Poesie trifft Politik, Kindheit trifft Krise

Precious Okoyomon verwebt in ihrer Kunst Kindheit, Gewalt, Kolonialgeschichte, Klima, Körper und Identität zu einem Gesamterlebnis, das berührt – auch wenn man es nicht immer gleich versteht. Gerade das machte den Reiz für unsere 2bA aus: Statt trockener Theorie gab’s emotionale Auseinandersetzung, persönliche Zugänge und ganz viel Raum für eigene Gedanken.

Fazit der 2bA: Kunst ist mehr als ein Museumsbesuch – sie ist Abenteuer, Spiegel und Zukunftslabor. Und manchmal auch ein riesiger Kuschelbär mit ernstem Hintergrund.

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